Nirgends kann man Lifte auf Transalp Distanz so optimal einbauen, wie in Bormio und Santa Catarina Valfurva. Wie Minions auf der Trailachterbahn geht es weiter!

Tagessteckbrief Stage 4 Bormio – Ponte di Legno (Pezzo)

  • Gipfel: Cima Bianca 3020m
  • Länge: 43km bis Pezzo
  • HM Up: Brutto 3200hm/Netto 400hm (ohne Bikepark Bormio)
  • HM Down: 2900 hm (ohne Bikepark Bormio)
  • Trails: Trail vom Cima Bianca/Bormio 3000, Trails im Sunny Valley, Trail vom Gavia Pass nach Ponte di Legno
  • Highlights: Seen Bei Laghetti, Gavia Pass mit Lago Nero
  • Bahn/Shuttle: Gondeln Bormio 2000 und 3000 zusammen 1800hm, Gondel Santa Caterina – Plaghera und weiter Gondel Plaghera – Cresta Sobretta-Vall’Alpe zusammen 1000hm
  • Einkehr: Gavia Pass Rifugio Bonetta
  • Hotel Ankunft: Da Giusy, Pezzo

Vor dem Hotel Alu ist die holländische Rennradgruppe eigentlich schon abfahrbereit und wir tauschen noch ein wenig Fahrradlatein aus. Im Bikekeller befindet sich aber noch der obligatorische Letzte der sein Bike akribisch einölt, als wollte er damit zum Sonnenbaden am Strand fahren. So fahren wir zuerst los und kommen ganze 50m weit, denn soweit ist es bis zur Seilbahn Bormio 2000. Öffnung erst nach italienischer Art um 9:30, das zieht natürlich Schmähsprüche von Falk auf sich. Schließlich zahlen wir 15€ und kommen über die 2 Sektionen Bormio 2000 und Bormio 3000 zur Bergstation des Cima Biancas auf 3020m, die in etwa den Charme eines aufgegebenen Ristorantes hat. Das soll aber nicht darüber hinweg täuschen, das gleich hinter der Station einer der flowigsten und felsigsten Trails kommt, die man auf dieser Höhe in den Alpen fahren kann. Wieder einer der Must Rides abgehakt! Wir arbeiten uns runter zur Bocca di Profa (2662m) immer mit Blick auf kleine blaue Seen im Hintergrund. Von dort wendet sich der Trail nordöstlich und wird deutlich ruppiger.

Bei Laghetti Seen

Hinter der Bocca di Profa

Es wird kupierter, wurzeliger und bleibt schon aufgrund des schmalen Geläufs anspruchsvoll. Mit viel Spaß und etwas Kraft kommen wir an der Alm Monti di Sclanera raus und schnacken mit einem deutschen Wanderehepaar und dem Hüttenwirt ein paar Worte, denn jetzt wir es richtig schön steil. Wer sich aber am Rand des Weges hält, sollte gute Bodenhaftung finden. Unten an der Seilbahn donnere ich hoch zum Eingang, um festzustellen, dass die Kassen eigentlich unten waren. Wir lassen unsere Enduros drei eiserne Treppen runterrauschen, denn hier ist nix los und das Ticket für 12€ gibt es bei der hübschen Verkäufern im Sportshop und nicht an den geschlossenen Kassen.

Blick ins Sunny Valley

Felsencanyon zum Passo del Alpe

Rein in die Bahn und durchschnaufen, denn das war nicht nicht anstrengend. So verquatschen wir fast die 2te Sektion der Gondel, also schnell rüberwechseln und weiter zur Val Alpe. Da aber jeder HM nach unten zählt, steigen wir schon an der Mittelstation Crest Sobretta aus und rauschen ins Sunny Valley. Hier könnte man nett ein Bier nehmen, aber das große Restaurant ist eher zu und niemand sitzt draussen. Deshalb weiter Richtung Passo del Alpe hierzu erst wieder hoch und über einen Felsencanyontrail runter. Schließlich folgt noch ein etwas verblockter Quertrail zur Strasse zum Gavia Pass, alles in hochalpiner Umgebung und wir finden das viel viel besser als sich hier hoch zu schinden. Apropos hochschinden, es sind dann doch ca. 6 Kilometer bis zum Gavia und auch noch 300hm. Endlich gibt es Kaffee für Falk und Käseplatte für Tom. Für das 72€ teure Kurzarmtrikot Passo Gavia Bezwinger minderer Qualität kann ich mich dann doch nicht erwärmen und ein wenig mehr Wärme wäre heute hier nicht schlecht.

Ohne Worte

Also weiter und die ersten Kehren auf der Strasse zu nehmen ist die Empfehlung, denn der links liegende kaum zu erkennende Weg ist quasi nicht fahrbar. Am drunter liegenden Lago Nero wollen wir den Gavia Trail in Angriff nehmen und dieser hat es nochmal in sich durch hochstehendes Gras, abbrechende Schieferplatten und ausgefahrene Rinnen sowie in der Mitte einige Stufen im S3 Bereich also Flow eher im technischen Bereich. Das kostet Energie und Falk blüht hier nochmal auf, während sich bei mir eher ein Ziehen im Körper breit macht.

Gavia Trails

Nach dem Kraft raubenden Trail gibt es ein wenig Navigationsprobleme wegen dem schlecht geplanten Track, ob wir uns nun am Waldrand per auf- und ab Richtung Ponte di Legno vorarbeiten oder lieber Strasse oder Radweg fahren. Schließlich fahren wir links der Strasse einen schönen Wiesenweg entlang und kommen zunächst nach Pezzo, wo uns ein gelbes Schild „Pizzeria Da Giusy“ auffällt. Das ist doch der Tipp von der allseits bekannten Albrecht Route? und Hunger und genug getan haben wir auch heute. Was für ein Glücksflow, da wären wir fast einfach vorbei gerauscht. Wir gelangen schließlich auf einen kleinen Platz, im Hintergrund ein typisches eingebettetes 3 stöckiges Haus, rechts ein alter Heuschober, links geht es zu den Garagen unter dem Platz und auf dem Platz neben weiteren Parkplätzen ein Deck mit netten Tischen und Stühlen. Das Illy Schild und die nette Gastgeberin überzeugen uns und wir haben Glück eines von 3 Zimmern (mit bis zu 6 Betten + Waschmaschine) abgreifen zu können.

Da Giusy in Pezzo/Ponte di Legno

Hier treffen wir beim Welcome Drink mit Speck und Käse Transalp Novizen und Wiederholungstäter, denn offensichtlich hat sich das Da Giusy auf der Albrecht Route längst rumgesprochen. Die Inhaberin hat ein Fotoalbum mit allen Jahren und allen Bikern die vorbeigekommen sind. Am nächsten Morgen werden wir auch digitalisiert und freuen uns auf ein Wiedersehen – coole Community – sehr zu empfehlen.

Tom Bauer 2021